Wohnung warm halten ohne Heizung: was in einer Mietwohnung wirklich hilft

Wohnung warm halten ohne Heizung: was in einer Mietwohnung wirklich hilft

Inhaltsverzeichnis

Die Heizung ist aus. Nicht für zwei Stunden, sondern seit gestern Abend, und draußen sind es vier Grad. Du wohnst im dritten Stock, hast keinen Kamin, keinen Keller und keinen Balkon, auf dem irgendetwas brennen dürfte.

Die erste Frage, die dabei fast jeder stellt, ist die falsche: Welches Gerät kaufe ich jetzt?

Denn die Antwort auf diese Situation ist zu neunzig Prozent kostenlos und liegt bereits in deiner Wohnung. Das Gerät ist der letzte Schritt, nicht der erste – und es ist der einzige, bei dem du etwas falsch machen kannst, das gefährlich wird.

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Das Wichtigste in drei Sätzen

Du heizt nicht die Wohnung, du heizt dich. Mehrere dünne Schichten, Kopf und Füße bedeckt, nachts Schlafsack und Isomatte: Das wirkt sofort, kostet nichts und trägt dich durch die ersten Tage.

Wenn doch ein Raum, dann einer. Such dir den kleinsten, innenliegenden Raum, halte alle anderen Türen geschlossen und lüfte trotzdem regelmäßig.

Und wenn etwas brennt, brauchst du einen CO-Melder. Ohne Ausnahme, ohne “nur kurz”, ohne “ich mach ja das Fenster auf”.

Wie kalt wird es wirklich?

Hier steht bewusst keine Zahl.

Man liest oft Faustregeln wie “ein bis zwei Grad pro Tag”. Belastbar ist das nicht: Wie schnell eine Wohnung auskühlt, hängt fast vollständig vom Gebäude ab und kaum von dir. Dämmung, Baujahr, Fensterfläche, ob die Wohnung an einer Ecke liegt oder mitten im Haus – und vor allem, ob die Nachbarwohnungen beheizt werden. Eine Wohnung zwischen zwei warmen Nachbarn verliert ihre Wärme sehr viel langsamer als eine Dachwohnung im unsanierten Altbau.

Was du daraus mitnehmen kannst, ist trotzdem konkret: Deine Lage im Haus entscheidet mehr als alles, was du kaufen könntest. Wer im Erdgeschoss oder unterm Dach wohnt, an einer Hausecke, mit großen Fenstern nach Norden, hat weniger Zeit als jemand in der zweiten Etage in der Mitte.

Eine Untergrenze gibt es allerdings, und die ist kein Komfortthema: Unter 16 bis 17 Grad steigt das Schimmelrisiko deutlich. Wenn die Heizung länger ausfällt, ist Lüften deshalb kein Widerspruch zum Warmhalten, sondern Teil davon – kurz und kräftig, nicht dauerhaft gekippt.

Zuerst du, nicht die Wohnung

Ein Mensch gibt Wärme ab, dauernd. Der ganze Trick besteht darin, sie zu behalten, statt sie an einen 60 Kubikmeter großen Raum zu verschenken.

Schichten statt Dicke. Drei dünne Lagen halten besser warm als ein dicker Pullover, weil zwischen den Lagen Luft steht, und diese Luft ist die eigentliche Dämmung. Innen etwas, das Feuchtigkeit wegtransportiert, darüber Wolle oder Fleece, außen etwas Winddichtes – auch drinnen, wenn es zieht.

Kopf und Füße zuerst. Über den Kopf geht ein erheblicher Teil der Wärme verloren, und kalte Füße machen den ganzen Körper kalt. Eine Mütze in der Wohnung sieht albern aus und wirkt sofort. Zwei Paar Socken, das innere dünn, das äußere aus Wolle.

Trocken bleiben. Feuchte Kleidung kühlt aktiv aus. Wer sich bewegt und schwitzt, muss die Schicht darunter wechseln, sonst wird aus der Isolierung eine Kühlung.

Warme Getränke und Bewegung. Beides bringt weniger, als man denkt, aber es bringt etwas – und es hilft gegen das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Ein Tee kostet nichts, wenn du ohnehin eine Kochmöglichkeit hast.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt genau diese Reihenfolge: dicke, wärmende Kleidung und Decken können die Heizung eine Zeit lang ersetzen.

Einen Raum vorbereiten

Wenn absehbar ist, dass es länger dauert, lohnt sich der Umzug innerhalb der eigenen Wohnung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät ausdrücklich dazu, einen Raum zum Aufenthalt zu wählen und die Türen geschlossen zu halten.

Einen Raum wählen

Wohnzimmer Küche Flur Abstell Bad Schlafzimmerhier wird geheizt
Fenster Zimmertür, geschlossen Wand zur beheizten Nachbarwohnung

Gewählt: das Schlafzimmer

Klein, ein Fenster, lange Wand zur beheizten Nachbarwohnung.

Ihr verbringt dort ohnehin die meiste Zeit. Die Tür bleibt zu, auch wenn ihr drin seid.

Nicht gewählt: das Wohnzimmer

Rund doppelt so groß, drei Fenster an der Außenwand.

Tagsüber lohnt es sich trotzdem, dort die Sonne hereinzulassen. Abends geht die Tür zu.

Auch die Türen zu Räumen, die niemand nutzt

Bad, Küche, Abstellraum, Flur.

Jede offene Tür vergrößert das Volumen, das ihr mit eurer Körperwärme beheizt.

Schema, nicht maßstäblich. Auswahlregel nach der Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, einen Raum zum Aufenthalt zu wählen und die Türen geschlossen zu halten.

Schritt 1: Den richtigen Raum wählen. Klein schlägt groß. Innenliegend schlägt Außenwand. Wenig Fensterfläche schlägt viel. Ein Raum über oder neben einer beheizten Nachbarwohnung schlägt einen an der Hausecke. Das Schlafzimmer ist oft die beste Wahl, weil ihr dort ohnehin die meiste Zeit verbringen werdet.

Schritt 2: Alle anderen Türen schließen. Auch die zu Räumen, die du gar nicht nutzt. Jede offene Tür vergrößert das Volumen, das ihr mit eurer Körperwärme beheizt.

Schritt 3: Fenster nachts abdecken. Vorhänge zu, wenn es dunkel wird. Wer will, hängt eine Decke davor. Fenster sind die schwächste Stelle jeder Außenwand.

Schritt 4: Tagsüber die Sonne hereinlassen. Bei klarem Himmel bringt Südsonne durch ein Fenster spürbar Wärme. Vorhänge auf, sobald die Sonne draufsteht, und zu, sobald sie weiterzieht.

Schritt 5: Zugluft abdichten. Unter Türen ein zusammengerolltes Handtuch. Undichte Fenster mit dem, was da ist.

Schritt 6: Vom Boden trennen. Der Boden zieht mehr Wärme aus dir als die Luft. Teppich, Isomatte, notfalls Kartons – Hauptsache, zwischen dir und dem Estrich liegt etwas.

Schritt 7: Trotzdem lüften. Zweimal am Tag kurz und kräftig durchziehen lassen. Das kostet weniger Wärme als dauerhaft gekippte Fenster und verhindert Feuchtigkeit und Schimmel. Wenn Kerzen brennen, ist es Pflicht.

Schlafen: die wichtigsten acht Stunden

Nachts sinkt die Körpertemperatur, du bewegst dich nicht, und die Wohnung ist am kältesten. Das ist die kritische Zeit, und es ist die, die sich am einfachsten lösen lässt.

Der Schlafsack schlägt die Bettdecke, wenn es wirklich kalt wird – nicht weil er magisch wäre, sondern weil er am Hals und an den Füßen abschließt. Achte auf den Komfortbereich nach DIN EN ISO 23537-1, nicht auf den Extrembereich: Der Extremwert beschreibt Überleben, nicht Schlafen.

Und du brauchst weniger, als dir die Outdoor-Beratung verkauft. Eine Wohnung fällt bei längerem Heizungsausfall auf etwa 10 bis 15 Grad, nicht auf Minusgrade. Ein Komfortbereich um 0 bis +5 Grad reicht dafür reichlich. Ein Wintermodell mit Komfort −10 Grad kostet das Doppelte, ist in der Wohnung zu warm und lässt sich schlechter öffnen.

Nimm die Deckenform, nicht die Mumienform. Rechteckig, komplett aufziehbar, als Decke nutzbar – draußen ist der Mumienschlafsack überlegen, drinnen ist er es nicht. Und Kunstfaser statt Daune: billiger, unempfindlicher, waschbar. In einer Wohnung wird der Sack ständig benutzt, nicht dreimal im Jahr.

Die Isomatte ist wichtiger als der Schlafsack. Wer auf einer Matratze im Bett bleibt, hat sie ohnehin. Wer auf dem Boden schläft, verliert ohne Unterlage mehr Wärme nach unten als nach oben. Die Kennzahl heißt hier R-Wert und steht bei jeder ordentlichen Matte dabei: Je höher, desto besser die Dämmung gegen den Boden. Für eine Wohnung genügt ein niedriger Wert – die Angaben im Handel zielen auf Zelt und Schnee.

Zwei dünne Decken schlagen eine dicke – gleiche Begründung wie bei der Kleidung: die Luft dazwischen.

Die Wärmflasche gehört ans Fußende, nicht an den Bauch, und sie wird vor dem Schlafengehen hineingelegt, nicht danach. Wer sie füllen kann, hat auch heißes Wasser für einen Tee.

Schlafsack auf einer Isomatte neben dem Bett, daneben eine Wärmflasche und zwei zusammengelegte Wolldecken

Wenn es doch ein Gerät sein soll

Dieser Abschnitt ist der Grund, warum der Artikel so lange bei Decken und Socken geblieben ist.

Kohlenmonoxid: die Gefahr, die man nicht bemerkt

Kohlenmonoxid entsteht, wenn etwas mit zu wenig Sauerstoff verbrennt. Es ist geruch- und geschmacklos, blockiert den Sauerstofftransport im Blut und kann schon nach wenigen Minuten tödlich wirken. Genau darin liegt das Problem: Du merkst es nicht.

Die Symptome sind unspezifisch und werden leicht falsch gedeutet – Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit. Wer sie für “Ich bin durchgefroren und schlecht geschlafen” hält, legt sich hin. Das ist der gefährlichste Moment.

Niemals in Innenräumen: Holzkohlegrills, Gas-Heizstrahler, Heizpilze, Stromaggregate. Nicht in der Wohnung, nicht in der Garage, nicht “kurz mit offener Tür”. Innenministerien und Feuerwehren warnen davor ausdrücklich und regelmäßig – nach jedem Winter gibt es Fälle.

Bei Verdacht: sofort raus, Fenster und Türen öffnen, Rettungsdienst oder Feuerwehr rufen. Nicht erst nachsehen.

Warum der Teelichtofen keine Heizung ist

Er taucht in jeder Energiekrise wieder auf, und er ist zweimal falsch.

Er wärmt nicht. Ein Teelicht liefert rund 40 Watt. Ein normaler Heizkörper rund 2.000. Um einen Raum zu heizen, bräuchte man eine Zahl an Kerzen, die niemand aufstellt.

Und er brennt. Feuerwehren, Schornsteinfeger und Verbraucherzentralen raten übereinstimmend davon ab. Eng nebeneinanderstehende Teelichter können sich gegenseitig entzünden; erhitztes Porzellan kann springen. In Baden-Württemberg hat ein selbstgebauter Teelichtofen einen Großbrand nur knapp verfehlt, weil ein Porzellanteller unter der Hitze gerissen ist.

Ein Teelichtofen verschiebt Wärme, er erzeugt keine. Als Stimmung ist das schön. Als Heizung ist es eine Gefahr mit dem Anschein einer Lösung.

Der CO-Melder ist keine Zusatzausstattung

Wenn du dich für irgendein Verbrennungsgerät entscheidest, ist der Melder Teil der Anschaffung, nicht Zubehör dazu. Achte auf die Norm EN 50291 – das ist die Norm für Melder in Wohnräumen.

Worauf du beim Kauf achtest: die Norm EN 50291, ein Prüfzeichen, ein Batteriewechsel- oder Lebensdauerhinweis. Melder mit fest verbauter Batterie und angegebener Lebensdauer sind für den Zweck die unkompliziertere Wahl, weil man nichts vergessen kann.

FireAngel Kohlenmonoxidmelder, weißes ovales Gehäuse mit rundem Display, das ALL CLEAR und 20 Grad anzeigt, links daneben der Testknopf

Der FireAngel FA3322 erfüllt diese Punkte: geprüft nach EN 50291-1 und EN 50291-2, fest versiegelte Lithiumbatterie mit zehn Jahren Laufzeit, 85 Dezibel Alarm auf drei Metern. Das Display zeigt zusätzlich den gemessenen CO-Wert und die Raumtemperatur an.

Es gibt günstigere Melder, die die Norm ebenfalls erfüllen – der Aufpreis geht hier ins Display und in die zweite Normstufe. Wenn dir das den Unterschied nicht wert ist, nimm einen einfachen zertifizierten Melder. Wichtiger als das Modell ist, dass überhaupt einer hängt, bevor etwas brennt.

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Notheizung und Petroleumlaterne: das eine Kriterium

Es gibt Geräte, die für Innenräume gebaut und freigegeben sind. Und es gibt viele, die es nicht sind.

Das Kriterium ist nicht der Preis und nicht die Bauart, sondern die Herstellerfreigabe. Steht in der Anleitung, dass das Gerät nur im Freien oder in gut belüfteten Bereichen betrieben werden darf, dann gilt das – auch wenn im Internet jemand schreibt, er mache das seit Jahren anders.

Ich suche an dieser Stelle keine kreative Begründung, warum es vielleicht doch ginge. Bei allem, was Feuer, Gas oder Verbrennung in geschlossenen Räumen betrifft, hört Improvisation auf.

Wer ein solches Gerät anschafft, braucht drei Dinge zusammen: die Freigabe für Innenräume, einen CO-Melder und einen festen Lüftungsrhythmus. Fehlt eines davon, ist die Decke die bessere Entscheidung.

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Kinder, ältere Angehörige, Haustiere

Kleinkinder und alte Menschen kühlen schneller aus als gesunde Erwachsene – bei Kindern wegen des ungünstigeren Verhältnisses von Körperoberfläche zu Masse, bei älteren Menschen unter anderem, weil das Kälteempfinden nachlässt. Wer nicht sagt, dass ihm kalt ist, kann trotzdem zu kalt sein.

Praktisch heißt das: gemeinsam in einem Raum schlafen, regelmäßig nachfassen statt zu warten, bis sich jemand meldet, und bei Säuglingen und sehr alten Menschen im Zweifel ärztlichen Rat einholen. Haustiere brauchen ebenfalls eine Unterlage, die vom Boden trennt.

Mietwohnung: was geht und was nicht

Fast alles in diesem Artikel ist in einer Mietwohnung erlaubt, weil es nichts verändert: Kleidung, Decken, Schlafsack, Isomatte, Türen zu, Vorhänge zu.

Nicht erlaubt sind bauliche Veränderungen. Ein Ofenanschluss, ein Schornstein, ein Wanddurchbruch für ein Abgasrohr – dafür braucht es die Zustimmung des Vermieters, und in vielen Wohnungen wird es sie nicht geben. Das ist der Grund, warum die meisten Ratgeber zu diesem Thema an einer Mietwohnung vorbeigehen: Sie handeln von Holzöfen.

Sprich mit den Nachbarn. Bei einem längeren Ausfall ist eine Wohnung, in der drei Leute sitzen, wärmer als drei Wohnungen mit je einer Person. Das ist unbequem und wirkt besser als alles, was man kaufen kann.

Was jetzt ins Regal gehört

Nach Preis sortiert, das Wirksamste zuerst.

  • Kostet nichts: Zweite Decke aus dem Schrank, Mütze, zwei Paar Socken, Türen zu, Handtuch unter die Tür
  • Unter 20 Euro: Wärmflasche, Handwärmer, Thermosflasche, Rettungsdecken als Fensterabdeckung
  • 20 bis 60 Euro: CO-Melder nach EN 50291 – die einzige Anschaffung in dieser Liste, die Leben rettet statt Komfort zu schaffen
  • 40 bis 150 Euro: Isomatte und Schlafsack mit passendem Komfortbereich. Doppelt nutzbar, weil beides auch draußen funktioniert
  • Ab 150 Euro: Notheizung – nur mit Innenraumfreigabe, CO-Melder und Lüftungsplan

Wer die ersten beiden Zeilen hat, ist besser vorbereitet als jemand, der nur die letzte hat.

Fazit

Die Wohnung warm zu halten, ohne zu heizen, ist keine Frage der Ausrüstung, sondern der Reihenfolge. Erst du, dann ein Raum, dann – vielleicht – ein Gerät.

Das ist unspektakulär, und genau deshalb wird es übersehen. Wer bei Blackout-Vorsorge zuerst an Generatoren und große Powerstations denkt, hat oft keinen zweiten Schlafsack im Schrank. Dabei tragen dich Wärme, eine warme Mahlzeit und etwas Licht durch die ersten drei Tage, und alles andere kommt danach.

Ein Punkt bleibt unverhandelbar: Sobald etwas in deiner Wohnung verbrennt, gehört ein CO-Melder dazu. Nicht als Zubehör, sondern als Bedingung.

Wenn der Strom ausfällt und nicht nur die Heizung, brauchst du außerdem Licht, das durchhält, ein Radio, das ohne Netz noch sendet, und für Geräte, die weiterlaufen müssen, die richtige Kapazität an Notstrom. Was in den ersten 24 Stunden eines Blackouts zählt, steht separat.

Häufige Fragen

Wie warm bleibt eine Wohnung ohne Heizung?

Das hängt fast vollständig vom Gebäude ab, nicht von dir: Dämmung, Baujahr, Lage der Wohnung und ob die Nachbarwohnungen beheizt sind. Eine Wohnung mitten im Haus mit warmen Nachbarn hält deutlich länger als eine Dachwohnung im unsanierten Altbau. Verlässliche Zahlen pro Tag gibt es nicht, weil die Spannweite zu groß ist. Wichtig ist die Untergrenze: Unter 16 bis 17 Grad steigt das Schimmelrisiko deutlich.

Kann ich meine Wohnung mit Teelichtern heizen?

Nein. Ein Teelicht liefert rund 40 Watt, ein Heizkörper rund 2.000. Man bräuchte eine unrealistische Zahl an Kerzen, und genau daran scheitert es: Feuerwehren, Schornsteinfeger und Verbraucherzentralen warnen ausdrücklich vor selbstgebauten Teelichtöfen. Nebeneinanderstehende Teelichter können sich gegenseitig entzünden, und erhitztes Porzellan kann springen.

Was ist die wirksamste Maßnahme ohne Strom?

Dich selbst warm halten statt den Raum: mehrere dünne Schichten übereinander, Kopf und Füße bedeckt, nachts Schlafsack plus Isomatte gegen die Bodenkälte. Das kostet nichts, wirkt sofort und ist auch die Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz.

Brauche ich einen CO-Melder?

Sobald irgendetwas im Raum verbrennt – Gas, Petroleum, Spiritus, Holzkohle –, ja. Kohlenmonoxid ist geruch- und geschmacklos, blockiert den Sauerstofftransport im Blut und kann schon nach wenigen Minuten tödlich wirken. Man bemerkt es nicht, bevor die Symptome da sind. Achte auf die Norm EN 50291.

Darf ich in einer Mietwohnung eine Notheizung betreiben?

Nur, wenn der Hersteller das Gerät ausdrücklich für Innenräume freigibt – und auch dann mit CO-Melder und regelmäßigem Lüften. Bauliche Veränderungen wie ein Ofenanschluss oder ein Schornstein sind ohne Zustimmung des Vermieters nicht zulässig.

Welchen Raum soll ich wählen?

Einen kleinen, innenliegenden Raum mit möglichst wenig Außenwand und ohne große Fensterfläche. Türen zu allen anderen Räumen bleiben geschlossen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt genau das: einen Raum zum Aufenthalt wählen und die Türen geschlossen halten – bei regelmäßigem Lüften.

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